Heisenberg Gymnasium
Studienfahrt des Russisch-Kurses Sankt-Petersburg 2011
Bericht

In der ersten Schulwoche haben sich 12 Schülerinnen und Schüler des Russisch-Kurses aus der Stufe 12 auf eine Reise nach Sankt-Petersburg begeben.
Sechs Tage haben sie in der alten Hauptstadt des russischen Zarenreichs in einem Hostel direkt in der Innenstadt der 5-Millionen-Metropole verbracht. Von hier aus haben sie zu Fuß oder mit der Metro sehr viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt:
Die Peter-und Pauls-Festung mit der orthodoxen Grabeskirche aller Mitglieder der Zarenfamilie der Romanows seit 1703, den Winterpalast der Zaren mit einem der größten Kunstmuseen der Welt, der „Ermitage“ und auch das „Russische Museum“ mit einer riesigen Sammlung russischer Kunst. Und vor den Toren der Stadt wurden zwei Sommerresidenzen der Zaren besichtigt: Der wunderbare „Peterhof“ mit seinen großzügigen Parkanlagen direkt am Ufer der Ostsee, wo die Gruppe besonders von den gewaltigen, vergoldeten Springbrunnen-Anlagen beeindruckt war, und die Schlossanlage „Puschkin“, wo der größte russische Poet Alexander Sergejewitsch Puschkin ins Zaren-Lyzeum ging.
Unter den zahlreichen Prunksälen aus der Zarenzeit – einer schöner und kostbarer als der andere - hat uns hier das legendäre „Bernsteinzimmer“ beeindruckt, das auf allen Wänden mit dem warmen, seidigen Glanz von Bernstein ausgestattet ist.
Das „Bernsteinzimmer“ kann auch als Symbol der deutsch-russischen Geschichte gesehen werden. Im 18.Jahrhundert war es ein besonderes Gastgeschenk des Preußischen Königs an die russische Zarin Katherina die Große.
In den beiden Sommerresidenzen der Zaren haben die Wehrmachtsoffiziere Hitlers bei der Belagerung der damals „Leningrad“ genannten russischen Metropole ihr Feldlager eingerichtet. Bei ihrem Rückzug aus Russland haben Wehrmacht und SS die einmaligen Schlösser weitgehend zerstört hinterlassen, das Bernstein-Zimmer wurde demontiert und geraubt und ist im Original bis heute verschwunden.
Über 30 Jahre lang haben russische Bernstein-Schleifer und Restauratoren nach alten Fotos den Raum wieder so prächtig hergestellt, wie er einst war. Hierbei haben auch Deutschland und deutsche Unternehmen geholfen. So konnte das Zimmer zur 300-Jahr-Feier der Stadt im Jahre 2003 wieder der Öffentlichkeit in all seiner Schönheit gezeigt werden.
Zu Recht wird Petersburg auch als das „Venedig des Nordens“ genannt: Im Mündungsdelta des Flusses „Newa“ an der Ostsee gelegen, besteht die Stadt aus zahlreichen Newa-Armen, Kanälen und wunderbaren Brücken. Bei einer Bootsfahrt vorbei an den prächtigen weißen Palästen der ehemaligen Zarenhauptstadt wurde die Gruppe allerdings vom typischen Petersburger Wetter heimgesucht, da aus schönstem blauen Himmel plötzlich ein gewaltiges Gewitter heraus brach, das die Kanäle der Stadt fast zum Überlaufen zu bringen schien…

Am 70igsten Jahrestag des Beginns der Leningrader Blockade, bei der die Millionenstadt in den Jahren 1941-1943 über 900 Tage von der deutschten Armee umzingelt war, haben wir die eindrucksvolle Gedenkstätte für die Blockade-Opfer besucht. Hier hat die Gruppe einen bedrückenden Film gesehen, der uns das Leiden und Sterben der Leningrader Menschen vor Augen geführt hat, als Hitler diese wunderbare Stadt der russischen Kultur zerstören wollte und mehr als 1 Million Einwohner der Stadt vor Hunger und Kälte qualvoll sterben mussten.
Die Schülergruppe hat sich untereinander sehr gut verstanden und ein anstrengendes Programm hinter sich gebracht. Auf die Studienreise hat sich der GK Russisch mit Projektarbeiten vor den Sommerferien sehr gut vorbereitet.
Ganz besonderer Dank gilt der Kollegin Irina Toger vom Ratsgymnasium, die als Muttersprachlerin in vielen Situationen helfen konnte und die Gruppe sehr fachkundig und agil begleitet hat. Sie hat mit der gesamten Gruppe auch eine lange Nachtwanderung bis zum Newa-Ufer unternommen, wo dann ab 02:00 Uhr nachts die gewaltigen Zugbrücken aus dem 19.Jahrhundert geöffnet werden: Die Brücken und Paläste der Stadt sind dann wunderbar angestrahlt, so dass dieser Nachtausflug wie auch die gesamte Zarenhauptstadt Russlands sicherlich bei allen Teilnehmern in bleibender Erinnerung gehalten wird.
Die Fahrt wurde von unserem erfahrenem Russisch-Lehrer Herrn Schönwälder mit Unterstützung der Stadt Gladbeck geplant und organisiert.

R.Schönwälder


Fotos


 
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